Visuelles Management

Definition

Visuelles Management ist der Einsatz von Visualisierung als Führungsinstrument und damit ein integraler Bestandteil der Lean-Philosophie. Es geht von dem Gedanken aus, dass Probleme nur gelöst werden können, wenn sie sichtbar sind – dies gilt für alle Bereiche des Unternehmens, von der Produktion bis zur Verwaltung. Ziel des visuellen Managements ist es, die Mitarbeiter schnell, übersichtlich und effizient zu informieren, so dass sich jeder jederzeit ein Bild von der jeweiligen Situation vor Ort machen kann.

Als leicht erfassbare (audio-)visuelle Darstellung der Gestaltung und des Ist-Zustandes von Arbeitsprozessen durch kontinuierliche, transparente Soll-Ist-Vergleiche verschafft es einen Überblick über die Ziele, Aktivitäten, den Status quo und die zeitlichen Rahmenbedingungen einer Unternehmenseinheit. Dazu werden Informationen über die (Produkt- oder Dienstleistungs-)Qualität bzw. den Output (Anzahl und Art der produzierten Güter) – also Ziele, Erfolge und Abweichungen – für alle Beteiligten, möglichst in Echtzeit, sichtbar gemacht.

Die Visualisierung als Informationsinstrument für die Mitarbeiter wird durch den Einsatz verschiedener aufeinander abgestimmter Instrumente erreicht. Audiovisuelle (grafische, optische und akustische) Instrumente der Visualisierung sind z.B. Informationstafeln, Symbole, Grafiken (A3-Bericht, Ishikawa-Diagramm, Gannt-Diagramm), Aushänge, Plakate, Ampelanzeigen und -lampen (Andon), Landkarten (Kanban), Farbmarkierungen, akustische Signale und sogar Filme. Visualisiert werden können zum Beispiel:

produzierte Mengen
Art der produzierten Waren
Kennziffern
Gruppenergebnisse, sowohl als Richtschnur für Mitarbeiter als auch zur Förderung des internen Wettbewerbs (Fehlzeiten, Produktivität, Qualität, Mitarbeiterqualifikation)
Zielvorgaben und Zielerreichungsgrade
Vorräte
Aktionspläne
umgesetzte Ideen
Arbeitsbereiche (Bodenmarkierungen, interne Verkehrswege, etc. in einheitlichen Farben)
Arbeitsplätze (Risszeichnungen für vorhandene Vorrichtungen und Werkzeuge zur Kennzeichnung geeigneter Lagerplätze).

Die Visualisierung dient dazu,

Abläufe, Prozessfortschritte und Ziele für alle Beteiligten transparent zu machen, um das Verständnis für die eigene Beteiligung an der Zielerreichung zu erhöhen, die Identifikation mit dem Unternehmen (Bereich) zu fördern und damit die Motivation zu stärken;
Inkonsistenzen aufzuspüren, damit sie möglichst schnell beseitigt werden können (-> kontinuierliche Verbesserung, -> Kaizen).
die Einführung von klar definierten Kriterien für Audits zu ermöglichen.

Visuelles Management nutzt die Vorteile von visuellen Signalen gegenüber sprachlichen oder schriftlichen Inhalten:

Integration in die Gestaltung von Arbeitsmitteln (z. B. Füllstandsanzeiger)
schnelle Erfassbarkeit (z.B. Ampelanzeige)
intuitives Verständnis (z.B. Pfeile für Fahrtrichtungsanzeiger)
keine Kenntnisse der (Schrift-)Sprache erforderlich

Die Verwendung von visuellen Signalen hat jedoch auch ihre Grenzen:

keine komplexen Aussagen möglich
Überreizung durch Informationsüberflutung
hoher Grad an Standardisierung notwendig

Visuelles Management unterstützt die Kommunikation zwischen allen Beteiligten und ist geeignet, sich schnell einen Überblick über (zeitkritische) Prozesse zu verschaffen und einfache Informationen auszutauschen.

 

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